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Der Seelensprache verschrieben

Posted on: 11. September 2015 by Markus Läbe |

Drei junge Künstler entführen ihr Publikum in Traumwelten

 

Babenhausen |fs|
Gedichte, Musikimprovisationen und von diesen animierte Malkunst bildeten bei der Kulturwochen-Veranstaltung „Seelensprache in Wort, Bild und Ton“ ein einheitliches Ganzes. Dabei nahmen die drei jungen Künstler die Betrachter mit auf eine Reise in die Traumwelten, losgelöst von Verstand und Denken.

Heimspiel hatte der 32-jährige Michael Dreier bei der Kulturveranstaltung im Glasgang der Jugendbildungsstätte. Er drückt in seinen Gedichten das aus, was andere in sich hineinfressen. So hört er in sich hinein, verarbeitet Eindrücke oder hält anderen den Spiegel vor. Seit fast zwei Jahrzehnten schreibt Dreier Gedichte – allerdings bis vor Kurzem noch heimlich. Darin bleibt der Mensch von Wehmut nicht verschont, sucht rastlos nach dem Sinn des Lebens und sieht sich durch seine Gefühlswelt oftmals zerrissen.

Mit seinem „Selbst“ in Einklang kommen

Hier gelte es sich, so die Intension einiger von Dreiers Gedichten, von Zwang und Hektik befreit in Traumwelten zu wandeln und mit „seinem Selbst in Einklang“ zu kommen. Zwar gibt der Verstand die Zielrichtung vor und lenkt alles, jedoch gibt das Gefühl dazu oftmals kontra. Diese beiden Welten gelte es zu verschmelzen.

Die Gesichter der Seele sind oftmals hinter „Masken“ versteckt, die man herunterreißen müsse. Dann kommt das Verborgene zum Vorschein, tauchen „die Lichter der Träume“ auf und führen zu „Glück und Freude des Lebens“. Erst dann verstehe man die Freunde wirklich. Allerdings müsse jeder trotzdem unbeirrt seinen „eigenen Weg gehen“. Dreier beleuchtet auch die Ängste und Sorgen der Mitmenschen – nicht zuletzt auf dem Gebiet der Liebe und Freundschaft.

Erst vor knapp drei Jahren traute sich Dreier, seine Gedichte anderen vorzustellen. Die Erste war Künstlerin Martina Frey. Die „30 Jahre junge Lebenskünstlerin“, so ihre eigene Einschätzung, ermutigte ihn, diese auch öffentlich zu machen. Frey selbst glänzt durch innere Lebensfreude und verarbeitet in ihren Gemälden nicht zuletzt Reiseeindrücke. In Babenhausen war sie für das „Bild“ zuständig. So präsentierte sie eine Energiestraße mit unterschiedlichsten Bedeutungen der Farben, stellte Lebensläufe und Träume vor – immer der „Inneren Stimme“ folgend. Die Hauptaufgabe ihrer Kunst sieht Frey darin, Energie zu spenden, Menschen in bestimmten Prozessen zu begleiten und Lebensbilder zu schaffen, wobei sie die Farben und Formen bewusst einsetzt.

In der Jubi folgte sie den Intensionen der Musik von Philipp Fröhlich. Der schuf mit seinen Improvisationen auf dem E-Piano die passenden sphärischen Klänge. Und dass die Klangfolgen nicht direkt dem Verstand, sondern der Gefühlswelt entstammen, belegt auch die Ausdrucksform seiner „Intuitive Heart Music“. Damit sollen die Betrachter, die stets in Wechselwirkung zu den Künstlern stehen, versuchen, ihren „in Freiheit gelebten Herzensweg zu gehen“. Den Menschen betrachtet Fröhlich ebenfalls als „Ganzheit mit Stärken und Schwächen“, wobei die Musikpassagen eine gewisse Überlänge hatten beziehungsweise Michael Dreiers Gedicht-Intensionen noch besser herüber gekommen wären, wenn er sich eines Mikrofons bedient hätte.

Auch wenn die Gemälde, die während der gemeinsamen, leicht esoterischen Session entstanden, sicherlich nicht jedermanns Geschmack sind, so bildeten die drei jungen Künstler doch ein in sich stimmiges Ganzes, gut harmonierend und aufeinander eingehend beziehungsweise aufbauend.

Quelle: Illertisser Zeitung vom 04.05.2012

 

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